Was ist meine ausgemusterte IT noch wert?
Die häufigste Frage vor dem Verkauf — und warum sich zwei Kartons mit demselben Inhalt im Erlös um ein Vielfaches unterscheiden können. Woran sich der Wert entscheidet und was Sie selbst beeinflussen.

Im Lager stehen zwei Paletten aus dem letzten Austausch, und jemand soll eine Zahl nennen. Die ehrliche Antwort lautet erst einmal: Es kommt darauf an — aber nicht auf Tagesform oder Verhandlungsgeschick, sondern auf vier nachvollziehbare Faktoren.
Wer sie kennt, kann den Erlös im Voraus grob einschätzen und, was wichtiger ist, ihn beeinflussen. Zwei Kartons mit identischem Inhalt können sich im Erlös um ein Vielfaches unterscheiden.
1. Die wichtigste Weiche: funktionsfähig oder nicht
Das ist der Unterschied, der alles andere überlagert. Hardware wird auf zwei grundverschiedene Arten bewertet:
- Stückware — das Gerät oder Bauteil funktioniert und lässt sich weiterverwenden. Bewertet wird pro Stück, nach dem, was es am Gebrauchtmarkt bringt.
- Schrott — nicht mehr verwendbar, aber edelmetallhaltig. Bewertet wird nach Kilogramm und Sortenklasse.
Die Größenordnung dazwischen ist erheblich. Ein funktionsfähiges Server-RAM-Modul bringt ein Vielfaches dessen, was dasselbe Modul als Goldkanten-Schrott wiegt. Wer einen gemischten Karton schickt, in dem beides liegt, bekommt für alles den niedrigeren Ansatz — denn ungeprüft lässt sich nicht unterscheiden, was noch läuft.
Daraus folgt die wirksamste Einzelmaßnahme: trennen Sie, was offensichtlich defekt ist, von dem, was vermutlich noch funktioniert. Eine perfekte Prüfung ist nicht nötig — die machen wir. Aber die grobe Trennung entscheidet über die Bewertungsbasis.
2. Generation und Kapazität
Innerhalb der Stückware entscheidet fast ausschließlich das Alter der Technik, nicht der Hersteller. Bei Prozessoren zählt die Generation, bei Arbeitsspeicher die Kapazität je Modul, bei Datenträgern die Größe.
Der Verlauf ist dabei nicht gleichmäßig: Zwischen zwei benachbarten Generationen liegt oft ein Vielfaches, während sich ältere Generationen untereinander kaum noch unterscheiden — unterhalb einer gewissen Grenze ist der Marktwert schlicht aufgebraucht. Wo diese Grenze verläuft, verschiebt sich mit dem Markt. Deshalb stehen die Preise je Generation tagesaktuell online und nicht als Faustregel in einem Beitrag.
3. Vollständigkeit
Ein Rechner ohne Arbeitsspeicher, Datenträger oder Netzteil ist nicht wertlos, aber deutlich weniger wert — und zwar um mehr als die fehlenden Teile einzeln kosten, weil der Aufwand zur Komplettierung dazukommt.
Das betrifft vor allem Rückläufer, bei denen vor der Rückgabe „noch schnell“ etwas ausgebaut wurde. Wenn Sie Datenträger aus Sicherheitsgründen entnehmen wollen: verständlich, aber sagen Sie es vorher, damit wir es in der Bewertung berücksichtigen statt es als Abweichung zu melden.
Umgekehrt gilt: fest verbaute Akkus bitte drin lassen. Ein Notebook ohne Akku lässt sich schlechter weiterverkaufen und ist deshalb weniger wert. Nur bei Material, das nach Gewicht abgerechnet wird, müssen die Zellen vor dem Versand heraus — Einzelheiten in den Versandhinweisen.
4. Menge und Gleichartigkeit
Dreihundert identische Notebooks sind einfacher zu bewerten, zu prüfen und weiterzuverkaufen als dreihundert verschiedene — und bringen deshalb mehr. Gleichteile aus einem Rollout oder einem Leasingvertrag sind der angenehmste Fall, den es gibt.
Das heißt nicht, dass sich kleine Posten nicht lohnen. Es gibt keine Mindestmenge. Nur bei sehr kleinen Sendungen sollten Sie vorher überschlagen, ob der Erlös das Porto übersteigt: Liegt der Wert einer Lieferung unter 20 Euro, zahlen wir nichts aus, und die Sendung gilt als kostenlose Verwertung.
Was den Wert nicht bestimmt
Drei Dinge, nach denen oft gefragt wird und die weniger ausmachen als erwartet:
- Der frühere Anschaffungspreis. Er sagt über den heutigen Markt nichts aus. Ein teures Gerät von 2015 kann weniger bringen als ein günstiges von 2021.
- Der Buchwert. Er folgt Abschreibungsregeln, nicht dem Gebrauchtmarkt. Beide Zahlen haben miteinander nichts zu tun.
- Leichte Gebrauchsspuren. Kratzer am Gehäuse mindern kaum etwas. Funktion und Vollständigkeit wiegen weit schwerer als Optik.
So kommen Sie zu einer belastbaren Zahl
Eine Liste genügt — Modell, Prozessorgeneration, Ausstattung, Stückzahl. Eine Excel-Datei aus Ihrem Inventar reicht völlig, eine eigene Maske müssen Sie nicht ausfüllen. Für Material nach Gewicht genügt eine grobe Mengenangabe und ein Foto.
Sie erhalten die Bewertung aufgeschlüsselt nach Positionen, nicht als Pauschale — so lässt sie sich prüfen und, wo nötig, einer internen Vorlage beilegen. In der Regel innerhalb eines Werktages.
Material anbieten — oder vorher in die Ankaufspreise schauen, die sind ohne Registrierung einsehbar. Wir kaufen ausschließlich von Gewerbetreibenden.
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